Neuropsychotherapie, Klaus Grawe (2004)

Der leider viel zu früh verstorbene Psychotherapieforscher Grawe hat in diesem Werk seine Ideen von einer vereinheitlichen „Allgemeinen Psychotherapie“ mit neuen Erkenntnisse der Neuropsychologie erweitert. Er hat den aktuellen Wissenstand der Neurowissenschaften auf das Feld der Psychotherapie und allgemeiner auf Mechanismen der Veränderung von Verhalten und Erleben übertragen.

Neuropsychotherapie - Grawe, Klaus

Der wissenschaftliche Hintergrund ist die Annahme, dass sich alles Geschehen im Gehirn des Menschen in biologisch fassbaren Vorgängen niederschlägt. Alles vom Menschen wahrgenommene hinterlässt Eindrücke. Auch die Wirkung einer Psychotherapie verändert das Geschehen im Gehirn. Psychopharmaka erzeugen geplante Veränderungen im Neurotransmitterhaushalt, wobei diese Eingriffe noch wenig gezielt erscheinen, eher wie ein Gießkannenprinzip. Es wirkt bei jeden etwas anders, die Sache scheint komplexer zu sein. Wenn übereinen langen Zeitraum eine negative Entwicklung beim Menschen zu einer psychischen Störung führt, kann hier ein Psychopharmakon den Boden für eine Änderung bewirken. Das Medikament öffnet wieder alte Möglichkeiten, diese müssen jedoch begangen werden. Dh. der durchs Medikament eingestimmte Mensch muss real positive, korrektive Erfahrungen sammeln, damit sich eine nachhaltige Veränderung einstellt. Hier wird der Idealfall einer Kooperation zwischen Medizin und Therapie skizziert. Auf den individuellen Fall zugeschnittene medikamentöse Unterstützung ermöglicht in der therapeutischen Beziehung neue Lernerfahrungen und regt das Sammeln von positiven Erfahrung im Alltag an.

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Ein Gedanke zu „Neuropsychotherapie, Klaus Grawe (2004)

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