Das Kreuz mit dem Kreuz!

kreuzüRückenbeschwerden sind oft ein Ausdruck eines sehr komplexen Geschehens. Sie können sowohl durch Fehlhaltungen als auch psycho-soziale Belastungen allein bedingt sein. Auch ein Zusammenwirken ist möglich. Psychische Belastungen (wie zu viele Emails, Telefonate, Zeitdruck, Mobbing…) können bei Beschäftigten zu Stressreaktionen führen, wenn sie diese nicht oder nur schwer bewältigen können. Mit Stress sind immer verschiedene körperliche Symptome verbunden: die Herzfrequenz geht hoch, der Blutdruck steigt, die Schweißdurchdringung der Haut steigt und es wird eben auch der Muskeltonus gesteigert. Das passiert vor allem im Schulter-Nacken- und Rückenbereich. Dagegen sind wir Menschen machtlos, weil es sich um eine evolutionär angelegte Reaktion unseres Körpers handelt. Tritt Stress häufig auf, können sich solche Anspannungszustände in den Muskeln verfestigen und zur schmerzhaften Verspannung werden. Gerade wer sich wenig bei der Arbeit bewegt, ist davon betroffen, weil die Muskelanspannung nicht durch Bewegung abgebaut wird. Darum ist Sport in der Freizeit gerade bei solchen Tätigkeiten auch so wichtig. Zusätzlich sollte soweit wie möglich Stress am Arbeitsplatz durch menschengerechte Arbeitsbedingungen entschärft werden.


Kleiner Tipp:

Wer bei der Arbeit die Bewegung schnell vergisst, der kann sich durch einen Wecker oder eine E-Mail-Reminder-Funktion an regelmäßige Haltungswechsel erinnern lassen. Bauen Sie außerdem feste Wegstrecken in Ihren Büroalltag ein – Routine hilft beim Durchhalten. Gehen sie öfters zum Drucker oder benutzen sie das Stiegenhaus.

Kleine Übungen wirken wahre Wunder

Bewegung und Fitness helfen, um Schmerzen in Rücken, Nacken und in den Armen vorzubeugen, zu lindern oder sogar ganz verschwinden zu lassen. Kurze, gezielte Übungen entlasten den Rücken und fordern die Muskulatur, vorausgesetzt, sie werden regelmäßig durchgeführt.

1. Übung: Der Rückendreher lockert die Wirbelsäule

Nehmen Sie die ideale Sitzhaltung (siehe »Richtiges Sitzen am Arbeitsplatz«) ein und verschränken Sie die Hände über den Schultern. Drehen Sie Ihren Oberkörper nun in gemäßigtem Tempo nach links und rechts. Das Becken bleibt unbewegt. Führen Sie die Übung jeweils zwei Minuten lang durch.

2. Übung: Der Halsstrecker entspannt den Nacken

Stellen Sie sich aufrecht hin. Atmen Sie ein und heben Sie dabei die Schultern in Richtung Ohren. Beim Ausatmen die Schultern wieder nach unten. Spüren Sie, wie der Hals gestreckt und Ihr Nacken entspannt wird.

3. Übung: Dehnübungen gegen den Mausarm

Stellen Sie sich aufrecht, aber entspannt hin. Die Arme hängen an den Seiten lose herab. Führen Sie nun die Hand Ihres Mausarms seitlich am Körper nach oben und berühren Sie Ihr seitliches Kinn. Die Handinnenfläche sollte dabei nach außen zeigen. Verharren Sie einen kurzen Augenblick in dieser Situation und spüren Sie, wie sich Nerven und Muskeln in Ihrem Oberarm dehnen. Den Arm danach langsam zurücksinken lassen. Wiederholen Sie die Übung mehrmals hintereinander.

4. Übung: Der Schulterstrecker aktiviert die Rückenmuskulatur

Stellen Sie sich aufrecht hin und winkeln Sie beide Unterarme nach vorne an. Die Ellbogen an den Oberkörper drücken, die Fäuste sind geballt. Spannen Sie in dieser Haltung die Arm- und Rückenmuskulatur an und ziehen Sie die Schulterblätter nach hinten, so als zögen Sie vorne in den Händen ein elastisches Gummiband auseinander. Zehn Sekunden halten und dabei die Pobacken fest zusammendrücken. Diese Übungen etwa zehn Mal wiederholen.

 
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Tratsch und Klatsch – Übel oder Lebensverlängernd?

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Im Standard-Artikel werden einige Facetten des Kommunikationsphänomens „Traschten“ beleuchtet. Es dient dem Gruppenzusammenhalt, festigt die Beziehungen, kann einem besser da stehen lassen oder legt informell Gruppennormen fest. Wir sind wohl die einzigen Säugetiere, die es soweit gebracht haben. Studien von Verhaltensforschern (s. H. Dunbar) sehen Parallelen zum Grooming der Affen (gegenseitiges Lausen). Wenn sich der Inhalt des Tratsches zunehmend auf einzelne Personen konzentriert oder Konflikte durch die Verbreitung von feindseligen Gerüchten ausgetragen werden, ist es nicht mehr weit zu systematischen Mobbing. Hier ist jeder Beteiligte verantwortlich, wie weit er bereit ist bei dieser Gruppendynamik mitzuspielen.

Die Forschungsergebnisse der Longevity-Expertin Susan Pinker rücken den Tratsch in ein neues, positives Licht. Alltägliche Gespräche im sozialen Umfeld haben den größten Einfluß auf die Lebenserwartung.  Alltäglichen Gespräche haben daher neben dem Vorhandensein von verläßlichen Freundschaften großen Einfluß auf das erreichbare Alter (TED-Talk). Im Kontrast dazu stellt eine unfreiwillige Einsamkeit ein Risikofaktor dar. Die Forschung hinkt noch der rasanten Entwicklung im Bereich der New Social Media hinterher, einiges spricht dafür, dass ein persönlicher Kontakt die meiste Wirkung hat (Augenkontakt, Stimme, Berührungen) und wenig durch elektronische Medien ersetzt werden kann. Daher tragen sie durch einen bewußten  Kontakt mit ihrem nahem Umfeld zu einer Verlängerung ihres Lebensalters bei #diejungbrunnen.

Verfahren beim ASG (Arbeits- und Sozialgericht) – Tipps zur Prozessvorbereitung

Im neuen Heft 6582 des ARD (Aktuelles Recht zum Dienstverhältnis) stellt Dr. Huger eine Übersicht des Verfahrens und praxisrelevante Tipps zur Vorbereitung des Gerichtsverfahrens vor (z.B. keine Anwaltspflicht, Umgang mit Beweismitteln, Zeugenpflichten, Rolle der Sachverständigen, Risikomanagement). ard

Darf der Arbeitgeber das Tragen eines Kopftuchs verbieten?

Kompakte Zusammenfassung von Dr. Wiesinger zu diesem aktuellen Thema. Drei Gerichtsentscheidungen (eine vom OGH, zwei vom EuGH) zur Zulässigkeit des Verbots, als Arbeitnehmer ein Kopftuch zu tragen, sorgen vielleicht für etwas Verwirrung. Hier wird eine Hilfestellung für den Praktiker geboten – verbunden mit der Warnung, dass es sich um eine momentane Bestandsaufnahme handelt. Eventuell ist mit weiteren Entscheidungen zu rechnen.

Unternehmen können als religiös neutrale Firma auftreten (Neutralitätspolitik) und damit auch das Kopftuch tragen verbieten. Wenn aufgrund von einer konkreten Kundenbeschwerde einer Person das Tragen verboten wird, ist es aber diskriminierend und unzulässig. Offen ist, ob Mitarbeiter ohne Kundenkontakt ebenso darunter fallen würden. Eine Versetzung in einen Bereich ohne Kundenkontakt wird unterschiedlich bewertet.

„Bipolar-Academy.com“ Online-Psychoedukation

Screenshot 2017-04-14 10.30.39In acht Online-Videos wird über die bipolare affektive Störung („manisch-depressive Krankheit“) für Betroffene, Angehörige und Interessierte aufgeklärt. Sinnvoll ist beispielsweise der Einsatz in Organisationen, um über diese psychische Krankheit auf moderne und wissenschaftlich abgesicherte Weise zu informieren.

„In der ersten Einheit der Bipolar-Academy zeigen wir dir, was es mit der Bipolar Affektiven Erkrankung auf sich hat und wir geben dir einen Ausblick darauf, wie Depression und Manie in den Griff zu bekommen sind.“ Die ersten zwei Videos sind kostenfrei, danach sind aktuell 14,99€ für die übrigen sechs Videos zu bezahlen.

Psy-Evaluierungen in der Praxis, EU-Studie

Aktuelle Studie über Evaluierungen in der EU, 10 Fallbetriebe und Empfehlungen

Screenshot 2017-02-13 13.58.04.pngTipp von Dr. Blind

 

 

Drei Schritte zum Opfer-Täter-Ausgleich

Beim gelungenen Opfer-Täter-Ausgleich verläuft die Versöhnung, Aussöhnung und Vergebung in drei Schritten:

1. Bekenntnis des Täters.
Eingeständnis des Täters gegen über dem ehemaligen Opfer, dass er konkret diese Verfehlung, diese Gemeinheit, diese Grausamkeit begangen hat. Ohne Rechtfertigung, ohne Entschuldigung. Macht der Täter diesen Schritt nicht, verleugnet, beschönigt, rechtfertigt er, so gibt es keine Möglichkeit zur Vergebung. Viele Therapeuten machen hier schon einen schweren Behandlungsfehler, weil sie dem noch leidenden Opfer die Verantwortung für einen angeblich nur inneren Prozess auferlegen. Mit dem Motto: Vergebe und Du bist frei, werden Klienten nur belastet und in zusätzliche unlösbare Konflikte gestürtzt, an denen sie oft zerbrechen.

2. Der Täter bereut.
Nicht nur rationale Lippenbekenntnisse, sondern ehrliche Scham. Damit tritt der Täter emotional aus der Position der Stärke und lässt dem Opfer Raum auf gleiche Augenhöhe zu rücken. Bloßes Mitleid (Du armes Hascherl) demütigt und erniedrigt das Opfer nur weiter.

3. Der Täter leistet eine Wiedergutmachung.
Er gibt etwas – das kann auch Geld sein. im juristischen Bereich ist dies die regelmäßige Gutmachung. Der Grundgedanke ist eigentlich „Naturalrestitution“, Das heißt: Das Opfer ist vom Täter so zu stellen, als ob das schädigende Ereignis nicht eingetreten werden. Der Dieb muss das Diebesgut zurück geben. Nur wenn dies aus tatsächlichen Gründen nicht möglich ist, (wie bei Mobbing) kann und muss er Ersatz, Schadensersatz leisten.

Hat der Täter diese Schritte vollzogen, ist es dem Opfer regelmäßig möglich zu verzeihen und zu vergeben.

(Quelle unbekannt)