Psy-Evaluierungen in der Praxis, EU-Studie

Aktuelle Studie über Evaluierungen in der EU, 10 Fallbetriebe und Empfehlungen

Screenshot 2017-02-13 13.58.04.pngTipp von Dr. Blind

 

 

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Heute schon getratscht?

In seinem Buch „Klatsch und Tratsch, wie der Mensch zur Sprache fand“ stellt Robin Dunbar die Ergebnisse seiner  Forschergruppe vor. Er bringt Untersuchungen über den Zusammenhang zwischen Gehirn-, Körper- und Gruppengröße. Kurzgesagt haben Tiere, welche ihre Nahrung sehr einfach finden, in Relation ein kleineres Gehirn (z.B. Kühe, Pferde). Bei Tieren in Gruppenverband wird ein größerer Neocortex festgestellt, da diese komplexerer Abläufe bewältigen müssen als von einem einzelgängerischen Tier. Um die eigene Gruppe zu verstehen, ist mehr Raffinesse und Einfühlungsvermögen nötig. Ohne Empathie wäre kein Gruppenverhalten denkbar, welches länger bestand hat, also hat es evolutionären Wettbewerbsvorteile gebracht. Interessant ist die Herleitung vom Lausen der Affen. Das Grooming hatte den Zweck die Kleingruppe zusammenzuhalten. Als die Gruppengröße stieg und das Lausen zu zeitintensiv wurde, könnte sich die Sprache entwickelt haben. Mittels der Sprache erreichte man mehr Mitglieder, um sie mittels Tratsch und Klatsch über Neues zu informieren, sich über Schicksale auszutauschen oder die überlebenswichtigen Normen der Gruppe zu festigen. Man konnte direkt kommunizieren, sich verbünden, sich besänftigen oder Zusagen machen. Die Kommunikation des heutigen Menschen besteht zu  einem großen Teil aus persönlichen Geschichten, bad news oder Gossip (z.B. die Faszination von Seifenopern und Serien, Talkshows). Die Kehrseite davon ist, dass gerade negative, beschämende oder peinliche (Halb)wahrheiten und Gerüche rasch Verbreitung finden. Ursprünglich hatte dies den Zweck das Überleben der Gruppe zu sichern, indem z.B. Regelverletzungen offengelegt wurden (siehe: auf den Pranger stellen). Heute kann es zu Mobbing eskalieren und jeder übernimmt seine Verantwortung für sein Tun bzw. Zusehen (Stichwort Bystander-Effekt).

 

Burnout-Manual für Klinik und Praxis

Lalouschek, W. (2011). Burnout-Manual für Klinik und Praxis. Wien: Verlagshaus der Ärzte.

Mit knappen Worten beschreibt Univ.Prof. Wolfgang Lalouschek seine Erfahrungen und Handlungsempfehlungen in diesem dünnen Büchlein für Allgemein-Mediziner und interessierte Fachkollegen.

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Das Gift der Empathie

Im Beitrag des Falters über das Buch von Fritz Breithaupt  (Die dunklen Seiten der Empathie, Surhkamp) und anschließenden Interview werden neue Facetten des positiv besetzen Begriffs Empathie vorgeführt. Beim Stockholmsyndrom hat man Mitgefühl mit dem Falschen, dem Geiselnehmer. Der Terrorist hat nur Empathie für seine vermeintlich gegeißelte Gruppe. Empathische Vampire saugen einem die Lebensenergie aus, um ihre Ziele zu erreichen. Helikoptereltern lassen Kindern keine Chance auf Entwicklung, Stalker verkehren ihre enttäuschte Liebe in Hass um. Ohne Empathie wäre kein Gruppenverhalten denkbar, welches länger bestand hat, also hat es evolutionären Wettbewerbsvorteile gebracht. Interessant ist die Herleitung vom Lausen der Affen. Die Ergebnisse der Forschergruppe um Robin Dunbar sehen einen Zusammenhang zwischen Gruppenverhalten und Sprachentwicklung. Das Grooming hatte den Zweck die Kleingruppe zusammenzuhalten. Als die Gruppengröße stieg und das Lausen zu zeitintensiv wurde, könnte sich die Sprache entwickelt haben. Mittels der Sprache erreichte man mehr Mitglieder, um sie mittels Tratsch und Klatsch über Neues zu informieren, sich über Schicksale auszutauschen oder die überlebenswichtigen Normen der Gruppe zu festigen.

Das Problemgespräch

Die Autoren Hoffmann, Lilienfeld-Toal, Metz und Kordelle-Elfner beschreiben in ihren Buch „Stopp – Kinder gehen gewaltfrei mit Konflikten um: 1. bis 4. Klasse“ verschiedene Übungen, um Konflikte gewaltfrei zu regeln. Besonders gefällt mir daraus die Übung „Das Problemgespräch“, in der Kinder ermuntern werden, Probleme direkt mit ihrem gegenüber unter Beachtung einiger Kommunikationsregeln (Ich-Botschaften, Ausreden lassen…)  anzusprechen. Damit ist ein Grundstein gelegt für einen späteren respektvollen Umgang miteinander.

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Publikationsliste

Taumer, A. (1997). Internet als neue Datenerhebungsmethode in der Psychologie – Die Verwendung von Electronic Mail und dem World Wide Web zur Befragung im Internet. Unveröff. Diplomarbeit, Universität Salzburg.

 

Taumer, A. (2000). Die Tagesgruppe in Steyr, eine Halbjahres Dokumentation. Unveröff. Manuskript, Sozialpädagogisches Zentrum Gleink: Steyr.

 

Forstner, M. & Taumer, A. (2000). Die 5-Tagegruppe in Steyr, Pädagogisches Konzept und eine Halbjahres Dokumentation. Unveröff. Manuskript, Sozialpädagogisches Zentrum Gleink: Steyr.

 

Taumer, A., Achatz, A., Atzmüller, N., Höld, S. & Julius, H. (2003, November). Klinische Bindungsforschung an einer Sondererziehungsschule: Videogestützte Evaluation einer bindungstheoretisch-orientierten Lehrerfortbildung. Präsentation des Fortbildungskonzeptes und erste Zwischenergebnisse. Präsentation auf der 3. Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen (ÖFEB), Wien.

 

Taumer, A. (2004). Klinische Bindungsforschung an einer Sondererziehungsschule. Videogestützte Evaluation eines bindungstheoretisch orientierten Lehrertrainings. Unveröff. Dissertation, Universität Wien.

 

Taumer A., Achatz, A., Atzmüller, Höld, S. & Julius H. (2005). Klinische Bindungsforschung an einer Sondererziehungsschule: Videogestützte Evaluation einer bindungstheoretisch orientierten Lehrerfortbildung. Präsentation des Fortbildungskonzeptes und erste Ergebnisse. In A. Kowarsch & K.M. Pollheimer (Hrsg.), Professionalisierung in pädagogischen Berufen. Tagungsband der dritten Tagung der ÖFEB (S. 263-270). Wien: Hollinek.

 

Fida-Taumer, A., Atzmüller, N. S. & Julius, H. (2005). Angewandte Bindungsforschung im Schulbereich: LehrerInnen als alternative Bezugspersonen und die Ergebnisse einer Evaluation eines bindungstheoretisch orientierten Lehrertrainings bei verhaltensauffälligen Kindern. Posterpräsentation auf der 5. Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen (ÖFEB), Linz.

 

Fida-Taumer, A. & Julius, H. (2006). Klinische Bindungsforschung im Schulbereich: Ergebnisse einer Evaluation eines bindungstheoretisch orientierten Lehrertrainings für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche. Posterpräsentation auf der 7. Wissenschaftlichen Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie (ÖGP), Klagenfurt.

 

Fida-Taumer, A., Schreibmüller, M. & Raindl, K. (2006). KONZEPT – Tagesgruppe SPZ Gleink. Unveröff. Manuskript, Sozialpädagogisches Zentrum Gleink: Steyr.

 

Fida-Taumer, A. & Julius, H. (2006). Klinische Bindungsforschung im Schulbereich: Ergebnisse einer Evaluation eines bindungstheoretisch orientierten Lehrertrainings für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche. In B. Gula, R. Alexandrowicz, S. Strauß, E. Brunner, B. Jenull-Schiefer & O. Vitouch (Hrsg.), Perspektiven psychologischer Forschung in Österreich. Proceedings zur 7. Wissenschaftlichen Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie  (S. 328-334). Lengerich: Pabst.

LIBRO Lena App – Tipps zum Schulanfang

Von Libro wurden mehrere Ratgeberheftchen für SchülerInnen herausgegeben. Nun sind diese in einer App enthalten:

*** Hilfreiche Tipps aus der Ratgeberserie „Schule – das schaffen wir!“ ***
Lernen fällt manchen Kindern nicht leicht und macht auch nicht immer Spaß. Wie man besser und erfolgreich lernt, haben Kinder und Jugendliche in einem Forschungsprojekt an der Universität erarbeitet. Die besten Tipps wurden aus dieser Studie hat LIBRO in Kooperation mit dem BMFJ in einer tollen Ratgeberserie zusammengefasst: Schule – das schaffen wir. Die Ratgeberserie mit der pfiffigen Lena gibt es nun auch direkt am Smartphone.

 

PS: Dies Tipps können auch Führungskräfte beherzigen 🙂