Ausbildung zum Mediator

Die feierliche Abschlußfeier zur Ausbildung zum Mediator bei der ARGE Bildungsmanagement (Sigmund Freud Privatuniversität). 1 1/2 Jahre sind vergangen wie im Flug und haben doch deutliche Spuren bei mir hinterlassen. Gemeinsam mit einer lebendigen Truppe von Wissensdurstigen haben wir uns der irrwitzen Herausforderung gestellt, die ungelösten Konflikte von unseren Mitmenschen in Zukunft konstruktiv regeln zu wollen. Jedes Mal ein Sprung ins kalte Wasser, aber ja nicht aufhören zu schwimmen – irgendwann ist immer Land in Sicht (oder zumindest mehr Grund). 28276477_1259268314204063_7032840024429288415_n

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Drei Schritte zum Opfer-Täter-Ausgleich

Beim gelungenen Opfer-Täter-Ausgleich verläuft die Versöhnung, Aussöhnung und Vergebung in drei Schritten:

1. Bekenntnis des Täters.
Eingeständnis des Täters gegen über dem ehemaligen Opfer, dass er konkret diese Verfehlung, diese Gemeinheit, diese Grausamkeit begangen hat. Ohne Rechtfertigung, ohne Entschuldigung. Macht der Täter diesen Schritt nicht, verleugnet, beschönigt, rechtfertigt er, so gibt es keine Möglichkeit zur Vergebung. Viele Therapeuten machen hier schon einen schweren Behandlungsfehler, weil sie dem noch leidenden Opfer die Verantwortung für einen angeblich nur inneren Prozess auferlegen. Mit dem Motto: Vergebe und Du bist frei, werden Klienten nur belastet und in zusätzliche unlösbare Konflikte gestürtzt, an denen sie oft zerbrechen.

2. Der Täter bereut.
Nicht nur rationale Lippenbekenntnisse, sondern ehrliche Scham. Damit tritt der Täter emotional aus der Position der Stärke und lässt dem Opfer Raum auf gleiche Augenhöhe zu rücken. Bloßes Mitleid (Du armes Hascherl) demütigt und erniedrigt das Opfer nur weiter.

3. Der Täter leistet eine Wiedergutmachung.
Er gibt etwas – das kann auch Geld sein. im juristischen Bereich ist dies die regelmäßige Gutmachung. Der Grundgedanke ist eigentlich „Naturalrestitution“, Das heißt: Das Opfer ist vom Täter so zu stellen, als ob das schädigende Ereignis nicht eingetreten werden. Der Dieb muss das Diebesgut zurück geben. Nur wenn dies aus tatsächlichen Gründen nicht möglich ist, (wie bei Mobbing) kann und muss er Ersatz, Schadensersatz leisten.

Hat der Täter diese Schritte vollzogen, ist es dem Opfer regelmäßig möglich zu verzeihen und zu vergeben.

(Quelle unbekannt)

TED-Talk: William Ury – The walk from „no“ to „yes“

Inspirierender TED-Vortrag von William Ury über einfache Möglichkeiten der Vermittlung oder Mediation, die aber für uns Menschen, mit unserer menschlichen Anlage und Temperament, umso schwerer zu nutzen sind. Er erwähnt eine schöne Geschichte über ein Volk in Afrika, welches noch so lebt wie unsere Vorfahren in der Steinzeit. Wenn es Spannungen gibt in der Gruppe, werden die giftigen Pfeilwaffen außerhalb des Dorfes versteckt und dann redet man so lange bis es eine Lösung gibt. Wenn es ganz heftig wird, schickt man Beteiligte in anderes Dorf zu Verwandte, um den Konflikt abzukühlen. So hat unsere Spezies Jahrtausende überlebt, indem das stammesgeschichtliche  Erbe mit dem blitzschnellen Angriff-Flucht-Stress-Programm ausgetrickst wurde.

tesEin zweiter, im Grund sehr einfacher, Gedanke ist: bei einem Konflikt gibt es immer zwei Seiten. Der Weg zum Frieden ist die dritte Seite, das sind wir, die nicht direkt Beteiligten. Wir können aus einer Außenperspektiven den Streitenden bewusst machen, was hier auf dem Spiel steht (Kinder, Familie, Gesundheit, Untergang…). Er nennt es die Balkon-Perspektive einnehmen.

Eine konkrete Umsetzung dieser Ideen ist der Abraham-Weg. Fremden Menschen zu besuchen und Gastfreundschaft erleben. Oder selbst gastfreundlich zu Fremden sein. Hier berichtet er von eindrucksvollen Erlebnissen im Nahen Osten.