Das „Millennial-Burnout“: Hype oder Fake

Das „Millennial-Burnout“ macht die Runde in den sozialen Medien. Wieder einmal wird versucht, einen gesamten Jahrgang in eine Schublade zu stecken (diesmal die  Millennials: Jahrgänge 1984 und 1999).  Jonas Vogt beschreibt im Standard den Hype und hat sich gleich selbst analysiert. Kurz gefasst werden Symptome beschrieben die aktuell die Gesellschaft und speziell die Arbeitswelt betreffen (Arbeitsverdichtung, Zeitdruck, permanente Erreichbarkeit, Verschwimmen von Arbeit und Privat, Prokranistation – Aufschiberitis, Reizüberflutung, Ablenkung durch Apps, Internetsucht…). Das Nichterledigen von kleinen Aufgaben wird als „neues“ Spezifikum hervor gestrichen („errand paralysis“). Aufgrund der permanenten Überlastung bleibt keinen Zeit mehr zur Post zu gehen, sich beim Arzt untersuchen zu lassen, Honorarnoten zu schreiben, ausgeborgte Bücher zu lesen oder endlich den Steuerausgleich zu machen. Hier könnte wohl etwas Zeitmanagement und Prioritäten setzen helfen (Man erinnere sich an die handgeschriebenen To-Do Liste: Was mache ich heute, was mache ich gleich, was dauert länger…).

Die psychischen Erkrankungen nehmen in unsere Gesellschaft deutlich zu, daher sollte man dies Entwicklung nicht unterschätzen. Burnout wird als Risikozustand definiert, der sich nach einer längeren Phase einer Stressüberlastung einstellen kann. Die Burnout-Trias nach Maslach umschreibt diesen kritischen Zustand näher: 1. Erschöpfung, 2. Leistungsschwäche, Konzentrationsprobleme 3. Zynismus-Widerwille. Wenn diese drei Faktoren vorliegen ist Handlungsbedarf gegeben, weil dies zu psychischen Erkrankungen wie z. B. Depressionen oder Angststörungen (Panikattacken) führen kann. Davon ist Abzugrenzen die Ermüdung nach einem „normalen“ Arbeitstag, von der man sich beispielsweise durch Freizeitaktivitäten wieder erholen kann.

Werbeanzeigen