Tratsch und Klatsch – Übel oder Lebensverlängernd?

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Im Standard-Artikel werden einige Facetten des Kommunikationsphänomens „Traschten“ beleuchtet. Es dient dem Gruppenzusammenhalt, festigt die Beziehungen, kann einem besser da stehen lassen oder legt informell Gruppennormen fest. Wir sind wohl die einzigen Säugetiere, die es soweit gebracht haben. Studien von Verhaltensforschern (s. H. Dunbar) sehen Parallelen zum Grooming der Affen (gegenseitiges Lausen). Wenn sich der Inhalt des Tratsches zunehmend auf einzelne Personen konzentriert oder Konflikte durch die Verbreitung von feindseligen Gerüchten ausgetragen werden, ist es nicht mehr weit zu systematischen Mobbing. Hier ist jeder Beteiligte verantwortlich, wie weit er bereit ist bei dieser Gruppendynamik mitzuspielen.

Die Forschungsergebnisse der Longevity-Expertin Susan Pinker rücken den Tratsch in ein neues, positives Licht. Alltägliche Gespräche im sozialen Umfeld haben den größten Einfluß auf die Lebenserwartung.  Alltäglichen Gespräche haben daher neben dem Vorhandensein von verläßlichen Freundschaften großen Einfluß auf das erreichbare Alter (TED-Talk). Im Kontrast dazu stellt eine unfreiwillige Einsamkeit ein Risikofaktor dar. Die Forschung hinkt noch der rasanten Entwicklung im Bereich der New Social Media hinterher, einiges spricht dafür, dass ein persönlicher Kontakt die meiste Wirkung hat (Augenkontakt, Stimme, Berührungen) und wenig durch elektronische Medien ersetzt werden kann. Daher tragen sie durch einen bewußten  Kontakt mit ihrem nahem Umfeld zu einer Verlängerung ihres Lebensalters bei #diejungbrunnen.

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TED-Talk: William Ury – The walk from „no“ to „yes“

Inspirierender TED-Vortrag von William Ury über einfache Möglichkeiten der Vermittlung oder Mediation, die aber für uns Menschen, mit unserer menschlichen Anlage und Temperament, umso schwerer zu nutzen sind. Er erwähnt eine schöne Geschichte über ein Volk in Afrika, welches noch so lebt wie unsere Vorfahren in der Steinzeit. Wenn es Spannungen gibt in der Gruppe, werden die giftigen Pfeilwaffen außerhalb des Dorfes versteckt und dann redet man so lange bis es eine Lösung gibt. Wenn es ganz heftig wird, schickt man Beteiligte in anderes Dorf zu Verwandte, um den Konflikt abzukühlen. So hat unsere Spezies Jahrtausende überlebt, indem das stammesgeschichtliche  Erbe mit dem blitzschnellen Angriff-Flucht-Stress-Programm ausgetrickst wurde.

tesEin zweiter, im Grund sehr einfacher, Gedanke ist: bei einem Konflikt gibt es immer zwei Seiten. Der Weg zum Frieden ist die dritte Seite, das sind wir, die nicht direkt Beteiligten. Wir können aus einer Außenperspektiven den Streitenden bewusst machen, was hier auf dem Spiel steht (Kinder, Familie, Gesundheit, Untergang…). Er nennt es die Balkon-Perspektive einnehmen.

Eine konkrete Umsetzung dieser Ideen ist der Abraham-Weg. Fremden Menschen zu besuchen und Gastfreundschaft erleben. Oder selbst gastfreundlich zu Fremden sein. Hier berichtet er von eindrucksvollen Erlebnissen im Nahen Osten.